a) Die Kinderkrippe in der Kindertagesstätte St. Georg und Wendelin
Die ersten Wochen – Unsere Eingewöhnungszeit
Für eine Familie bedeutet der Besuch einer Kinderkrippe in der Regel die erste längere und regelmäßige Trennungserfahrung zwischen Kind und Eltern. Um gerade die ersten Wochen, die Eingewöhungsphase der Kinder, möglichst positiv zu gestalten, haben wir als Einrichtung einen Leitfaden entwickelt, der uns durch diese wichtige Zeit begleitet.
Grundvoraussetzung ist dabei, dass die Kinder über mehrere Tage bzw. Wochen, während Ihres ersten Besuches in der Kinderkrippe von einer Bezugsperson begleitet werden.
Die Eingewöhnung der Kinder kann erst dann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn die Kinder eine sichere, vertrauensvolle Beziehung zur jeweiligen Bezugsbetreuerin aufgebaut haben und die Eltern unsere Einrichtung mit dem Gefühl, ihre Kinder „in guten Händen“ zu wissen, beruhigt für mehrere Stunden verlassen können.
Pädagogische Schwerpunkte
Nie wieder lernt ein Kind so viel und so intensiv wie in den ersten Lebensjahren. Um der Entdeckungslust und dem Forschungsgeist der Kinder immer wieder neu Nahrung geben zu können, schaffen wir ganz individuelle, vielfältige, förderliche und anregungsreiche Bedingungen. Ein klar strukturierter Tag mit wiederkehrenden Ritualen und Abläufen vermittelt den Kindern dabei Sicherheit und Halt. So sollen sie sich stets emotional sicher, geborgen und verstanden fühlen.
Den Kindern der Kinderkrippe stehen dabei folgende Beschäftigungs- und Lernfelder zur Verfügung:
- Taktile Erlebnisse wie Matschen, Kneten, Tonen, Malen mit verschiedensten Materialien, Spiele mit Wasser u.ä.
- Abwechslungsreiche Bewegungserfahrungen durch Podeste, Rutschen, Schaukeln, kleine Fahrzeuge, Kriechtunnel, Kletterwippe, Bällebad u.v.m.
- Große Wandspiegel
- Gemütliche Kuschelecke
- Leseecke mit wechselndem Angebot
- Kostruktionsmaterial, wie Duplo-, Lego-, und Holzbausteine
- Puppenecke mit verschiedenen Alltags- und Naturmaterialien und Verkleidungsutensilien
- Erste Brettspiele und Puzzle
- Tägliches gemeinsames Singen und Bewegungsspiele. Zudem jederzeit frei zugängliche Musikinstrumente.
- Nicht der Kontakt zu anderen Kindern stellt ein großes Lernfeld für die „Kleinen“ in der Einrichtung dar. Gemeinsame Spielhandlungen werden erprobt, Konflikte erlebt und gelöst, Gemeinschaftsgefühl erfahren u.v.m.
Über diese alltäglichen Beschäftigungsangebote hinaus, werden gezielte Themen (z.B. jahreszeitliche-, wie Festtagsthemen) aufgegriffen und über einen längeren Zeitraum mit den Kindern erarbeitet. Über die jeweiligen aktuellen Themen, Methoden und Inhalte, können sich die Eltern anhand unseres Tagesrückblickes informieren.
Tagesablauf in der Kinderkrippe:
- 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr: Bringzeit und Freispielphase im Gruppenzimmer
- 8.30 Uhr: Morgenrunde
Wir treffen uns zu einer kleinen Tagesbesprechung; orientieren uns anhand unserer Fotowand, welche Kinder an diesem Tag anwesend sind; singen Lieder; machen Finger- und Klatschspiele; u. v. m. - ab ca. 8.45 Uhr: Freispielphase im Gruppenzimmer, in der Turnhalle oder im Garten
In dieser Phase finden ergänzend gezielte Einzel- und Kleingruppenangebote statt (z. B. Kreativitätsförderung, Bewegungsförderung, musikalische Förderung, u. v. m.)
Der bayerische Bildung- und Erziehungsplan (BEP) für Kindertagesstätten gilt auch als Leitfaden für Kinderkrippen. Wir fördern die Kinder - altersentsprechend - nach den Zielen des BEP. - ca. 10.00 Uhr: gemeinsame Brotzeit
- anschließend: Bewegungsförderung in unserer Halle:
Fahrzeugefahren, Bällebad, Schaukeln, Bauen und Klettern - bis 11.30 Uhr: Fortsetzung der Freispielphase im Gruppenzimmer, in der Turnhalle oder im Garten; Einzel - und Kleingruppenangebote werden weitergeführt
- 11.30 Uhr: Obst- und Gemüsepause
- 11.45 Uhr:
a) Kinder, die um 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr abgeholt werden, verbringen mit einer Betreuerin eine Ruhephase im Gruppenzimmer oder Garten.
b) Kinder, die von 13.00 Uhr bis 13.30 Uhr abgeholt werden, gehen (bedarfsorientiert) mit einer Betreuerin zum Ausruhen/Schlafen in unseren Ruheraum.
c) Kinder, die die Nachmittagsbetreuung bis 15.00 Uhr in Anspruch nehmen, essen ihre selbst mitgebrachte Brotzeit zu Mittag und haben anschließend die Möglichkeit zu Ruhen/Schlafen (siehe Punkt b). Nachmittags werden die Kinder kombiniert in einer gemischten Krippen- und Kindergartengruppe betreut.
Bitte beachten:
- Wickelzeiten: Wir wickeln individuell und bedarfsorientiert, mindestens jedoch einmal täglich.
- Die Kinder haben während des kompletten Vormittags bei Bedarf die Möglichkeit zu schlafen.
b) Pädagogische Schwerpunkte im Kindergarten
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit im Kindergarten ist es, den Kindern das Gefühl von Geborgenheit und "sich Wohlfühlen" zu geben. Nur in einer "heimeligen" Atmosphäre sind die Kinder aufnahmebereit und offen für Neues. Wir wollen sie durch viele verschiedene Bildungs- und Erziehungsangebote zu Selbständigkeit und Selbstbewusstsein führen.
Die Kinder sollen Werte vermittelt bekommen, die ein gutes Zusammenleben mit anderen Menschen möglich machen (z.B. Kontaktfähigkeit - Freunde finden - "Wir-Bewußtsein" in der Gruppe erleben - Situationsangepasste Konfliktlösungen finden - Kompromisse akzeptieren lernen - Demokratisches Verhalten einüben - Mehrheitsentscheidungen anerkennen - Mitverantwortung für die Gruppe übernehmen - Richtiges Verhalten in der Umwelt erlernen, z.B. Dinge nicht achtlos wegwerfen - Kinder stark machen, sie sollen Mut zeigen, anstatt vor Angst gehemmt zu sein).
Aber nicht nur die Werte im sozialen Bereich sind uns wichtig. Als katholische Kindertagesstätte wollen wir unseren Kindern auch eine religiöse Erziehung angedeihen lassen; die Kinder für die Frage nach Gott interessieren. Feste, wie z.B. St. Martin, St. Nikolaus, Weihnachten, Maria Lichtmeß, Fastenzeit, Ostern, gemeinsam feiern. Wir möchten den Kindern Zuversicht vermitteln, dass Gott sie kennt und liebt. Sie sollen Jesus und seine Botschaft kennen lernen. Durch das Erfahren der christlichen Grundwerte wird der Mensch immer mehr zur Frage nach dem Sinn des Lebens hingeführt.
Bei unseren Bildungsangeboten sind uns der kognitive, sprachliche, mathematische und naturwissenschaftliche Bereich sehr wichtig. Durch Gespräche, Geschichten und Bücher wollen wir die Denk- und Merkfähigkeit der Kinder anregen. Sie lernen, ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit zu steigern. Als ganz wichtiger Aspekt hierzu erscheint uns die Sinneserziehung unumgänglich. Alles, was wir mit den Sinnen ertasten und erfahren, prägt sich uns tief ins Gedächtnis ein. Das heißt, alles, was ein Kind über seine Sinne wahrnimmt (hören, tasten, fühlen, riechen, schmecken) wird es in sich aufnehmen.
Unsere große Turnhalle nutzen wir für Bewegungserziehung und Rhythmik. Die Kinder sollen Freude an der Bewegung haben, was ja auch im späteren Leben für die körperliche und seelische Gesundheit unersetzlich ist.
Für unsere Vorschulkinder "Die schlauen Füchse" werden gruppenübergreifend fünf Projekte durchgeführt:
- Faustlos, ein Projekt zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention
- Zahlenland 1 und 2, ein Projekt zur frühen mathematischen Bildung
- Teile aus dem Würzburger Trainingsprogramm - Hören, lauschen, lernen zur Förderung der Sprachfähigkeit, Wortschatzerweiterung, Ausdrucksfähigkeit, Satzbau ...
- Experimente zur naturwissenschaftlichen Bildung
- Yoga ist zur Körperertüchtigung und soll die Kinder in die Ruhe führen
- Zu besonderen Zeiten und Themen darf natürlich die häusliche Beschäftigung nicht fehlen (z.B. backen, kochen, usw.).
Alles in allem wollen wir unseren Kindern ein angemessenes Lern- und Leistungsverhalten angedeihen lassen, um sie für das Leben in Schule und Gesellschaft zu rüsten. Wir legen Wert darauf, dass dies in einer altersangepassten Form, ohne besonderen Druck geschieht.
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