Art. 10 BayKiBiG
Erkläre mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere, lass es mich tun und ich verstehe.
Unser Leitziel ist getreu dem Auftrag des Hortes die Grundbedürfnisse der Kinder zu befriedigen, sowie Schlüsselkompetenzen zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben zu vermitteln.
Wir arbeiten nach einem demokratischen, situationsorientierten Ansatz. Die Kinder gestalten das Leben im Hort aktiv unter professioneller Begleitung durch das Personal mit.
Die Grundbedürfnisse der Kinder werden gestillt durch die Wahrung der Rechte jedes einzelnen Kindes im Drachenclub. Ebenso durch einige Hortregeln, die den Kindern einen verlässlichen Rahmen geben und eine Ordnung, die jedem Kind hilft, sich zurecht zu finden und sich wohl zu fühlen.
Das Hortteam orientiert sich am bayrischen Bildungs- und Erziehunsplan.
Leitziel
- Aufbau von Vertrauen
- Zufriedenheit, Wohlergehen
- Unterstützung der Familien
- Rechte der Kinder
- Stärkung der Basiskompetenzen
- strukturierter Tagesablauf
Schlüsselkompetenzen (Art. 13 BayKiBiG)
a) personelle Kompetenz
Jedes Kind hat bei uns seinen Platz.
Seinen Gardarobenhaken, sein Namensschild fürs Spielgelände, sein Namensschild zum Essen.
Darauf hat es Anspruch, der respektiert wird.
Jedes Kind kann sich mit den Erzieherinnen unterhalten, wird angehört.
Geheimnisse bleiben Geheimnise.
Es entscheidet selbst, was es essen möchte.
Jedes Kind hat die Möglichkeit, seine Freizeit selber aktiv zu gestalten oder Angebote anzunehmen.
Selbstmanagement und Eigenverantwortung werden im Drachenclub eingeübt, z.B. nach und nach muss Eigenverantwortung für Hausaufgaben und Eigentum übernommen werden, auch für den eigenen Körper. (Ich ziehe mich im Winter warm an, ich lege mich hin, wenn ich müde bin.)
Ältere Kinder ab 10 Jahren dürfen, mit Einverständnis der Eltern, auch kleine Einkäufe selbständig erledigen und kommen in einem vorgegebenen Zeitrahmen in den Hort zurück.
In der Kinderkonferenz am Dienstag hat jedes Kind die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern und das Gruppenleben und seine Aktivitäten aktiv mit zu gestalten.
Ein Briefkasten, in dem jedes Kind anonym seine Probleme und Wünsche vorbringen kann, ist auch vorhanden. Er wird 1x wöchentlich geleert.
Durch unterschiedliche Materialien, Bücher, Waagen, Pflanzen werden Phantasie, Kreativität und Erfindergeist angeregt. Auch in der Küche dürfen sich die Kinder erproben (Rezepte ausprobieren).
Die Kinder treffen bei uns auf Kinder anderer Nationalitäten, Hautfarbe und Sprache. Das fordert Weltoffenheit und Toleranz sowie Neugier auf andere Kulturen.
Ein Begrüßungsband mit allen im Hort gesprochenen Sprachen hängt an der Wand.
b) Soziale Kompetenz
Die Hortgruppe ist eine altersgemischte Gruppe. Es können nicht an alle Kinder die gleichen Anforderungen gestellt werden.
Die Kinder lernen durch die Gruppe Rücksichtnahme auf Jüngere, Hilfestellung und Verantwortung zu übernehmen.
Z.B. ältere Kinder lesen den 1.Klässlern vor, helfen sich im Schwimmbad zurecht zu finden. Ebenso können jüngere Kinder ein älteres auffangen, das mit Gleichaltrigen schlechter zurechtkommt.
Der Drachenclub bietet in den Ferien viele Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Am Freitag finden immer gemeinsame Aktionen statt. Das stärkt die Solidarität der Gruppe durch gemeinsame Erlebnisse.
In der Kinderkonferenz erfahren die Kinder Partizipation und lernen demokratische Beschlüsse zu akzeptieren und Kompromisse einzugehen.
Gesprächsregeln, die die Kommunikation erst ermöglichen, werden eingeübt. Die Kinder können bei uns ihre Freundschaften pflegen, neue eingehen und auch Freunde aus der Schule oder Nachbarschaft in den Hort einladen.
Streitkultur ist ein wichtiges Thema im Hort. Streit unter Kindern gehört dazu. Die Kinder lernen mit Unterstützung der Erzieherin ihre Konflikte gewaltfrei und später auch selbständig zu lösen.
Die "Faustlos-Idee" wird angewandt. Jede Woche werden 2 Kinder als Friedensstifter ernannt. Einer vom Personal und einer von den Kindern selbst.
Im Drachenclub erfahren die Kinder den sparsamen Umgang mit Materialien. Größere Reste werden in der Restkiste gesammelt. Der Müll wird getrennt in Biomüll, Wertstoffe und Restmüll. Wertloses Material wird zum Spielen angeboten und somit wieder als wertvoll erachtet und geschätzt.
Die Rechte der Kinder im Drachenclub
- Streit unter Kindern ist etwas Normales
- Kinder haben ein Recht auf Respekt und Achtung
- Kinder haben ein Recht auf Geheimnisse
- Kinder haben ein Recht auf individuelle Zeit
- Kinder haben ein Recht auf Verständnis und Verlässlichkeit
- Kinder haben Recht auf Bewegung und Ruhe
- Kinder haben Recht auf Erfahrungsräume
- Kinder haben Recht auf Mitsprache
- Kinder haben Recht auf gemeinsam getroffene Regelabsprachen
- Kinder haben Recht auf eigene Gefühlsausdrucksmöglichkeiten
- Mitgestaltung der Gegenwart unterstützt die Fähigkeit, auch die Zukunft mitzugestalten
- den Kindern zuhören
- die Kinder in ihren eigenen Gedanken begleiten
- Kinder ernst nehmen
- Kinder haben ein Recht darauf, die MitarbeiterInnen als engagierte und stellungsbeziehende Erwachsene zu erfahren
- Kindern im Rahmen der Möglichkeiten das Gehen eigener Wege in ihrer Schwerpunktsetzung gewähren
- Kindern ein Recht auf Kranksein zugestehen
- Nähe(wünsche) von Kindern zulassen
- Akzeptanz von Ritualen, sofern sie von Kindern gewünscht werden
- Akzeptanz von mitgebrachtem Spielzeug
- Kindern auf ihre Fragen antworten
- Erfahrungen mit dem eigenen Körper akzeptieren
- Neugierde der Kinder wertschätzen und unterstützen
- Lebendigkeit der Kinder akzeptieren
- das Gefühl der Kinder, Stolz zu erleben, deutlich unterstützen
- Kinder in ihrer Vielfalt beobachten
- Versprechen und Absprachen einhalten
- Wertschätzung und Zuneigung – unabhängig von erbrachten "Leistungen" – den Kindern schenken
- kein Kind ausgrenzen
- Kinder alleine lassen, wenn sie es wünschen
c) Wissenskompetenz
Die Hausaufgabenbetreuung ist ein Schwerpunkt im Drachenclub.
Wir bieten eine fließende Hausaufgabenzeit von 13.30 bis 17.00 Uhr im Hausaufgabenzimmer.
Ziel ist:
- Hinführen zum selbständigen Arbeiten und Eigenverantwortlichkeit
- Gestellte Aufgaben zielstrebig und vollständig zu erledigen.
- Erfolgserlebnis durch richtige Ergebnisse
- Saubere Arbeitsweise
- Organisierte Arbeitsweise
- Andere nicht stören
- Fertig werden in 1,5 Stunden
Von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr ist die stille Stunde, in der sich Kinder ohne Hausaufgabe ruhig beschäftigen.
Im Hausaufgabenzimmer stehen den Kindern Enzyklopädien, Lexika, Abakus, Lük, Globus, Montessori-Rechenhilfen und Wörterbücher zur Verfügung um das Wissen der Kinder möglichst selbständig und anschaulich zu erweitern. Mit der Erzieherin können die Kinder auch das Internet nutzen.
Um die deutschsprachliche Kompetenz zu verbessern, bieten wir Vorlesestunden an, verleihen Bücher, spielen Theater und machen eine Hortzeitung "Drachenclub Extrablatt".
Um naturwissenschaftliche Erfahrungen machen zu können, bieten wir immer wieder lustige Experimente an. Den Kindern steht ein Mikroskop zur Verfügung, ebenso etliche Lupen und Becherlupen. Auch hat jedes Kind die Möglichkeit, zu wiegen, zu messen, mit Magneten zu spielen, Stabilität und Schwerkraft zu erproben. Mit dem Elektrobaukasten wird der Stromkreislauf verständlich. Jedes Kind darf eine Pflanze versorgen oder das Hortbeet pflegen. Unser Aquarium bietet die Möglichkeit der Fischbeobachtung. Auch müssen die Kinder die Fische füttern und das Aquarium putzen.
Den Kindern steht im Spielzimmer ein eigener Computer mit Drucker zur Verfügung, an dem sie sich spielerisch erproben können, aber auch ihre Nachschriften üben und ausdrucken.
d) Medienkompetenz (Art. 9 BayKiBiG)
Der Drachenclub bringt jährlich eine eigene Hortzeitung heraus, die von den Kindern selbst erarbeitet und geschrieben wird.
Eine aktuelle Zeitungspinnwand soll die Kinder animieren, selber einmal in die Zeitung zu schauen, hinzusehen und zu lesen, eigene Artikel mitzubringen.
Der Drachenclub hat einen Internetanschluss, den die Kinder bei Bedarf mit dem Personal nutzen dürfen.
Der Hort kann den Medienraum der Schule nutzen. Hier werden selbst erstellte Videos angeschaut, aber auch einmal aktuelle Sportgeschehnisse (z.B. die Olympiade) im Fernsehen mitverfolgt, für Kinder, die daran Interesse zeigen.
Auch besuchen wir ab und zu das Kino in Türkheim, um ausgewählte Kinderfilme anzusehen.
e) Gesundheitserziehung (§ 13 AVBayKiBiG)
Gesundheit ist definiert von der Weltgesundheitsorganisation WHO als ein Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Dazu gehört im Drachenclub, außer der Beobachtung und persönlichen guten Beziehung zu jedem Kind auch ein gesundes, ausgewogenes Mittagessen. Dieses wird von der örtlichen Metzgerei frisch gekocht geliefert. Die Temperatur bei der Anlieferung wird täglich überprüft und dokumentiert. Das Geschirr wird ausschließlich in der Spülmaschine bei 65° gespült. Für verunreinigte Flächen steht Desinfektionsmittel zur Verfügung. Wir arbeiten nach einem Jahreshygieneplan, der vom Gesundheitsamt überprüft wird.
Wir achten darauf, dass unsere Kinder der Jahreszeit entsprechend gekleidet, draußen spielen. Im Winter muss jedes Kind eine Schneehose mitbringen. Kinder und Personal wechseln die Schuhe. Für Kinder, die nass werden durch umgefallene Becher usw. ist immer einige Wechselkleidung vorhanden. Ist ein Kind krank, werden die Eltern benachrichtig. Bei Läuseaufkommen werden alle Eltern benachrichtigt. Die Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder zu überprüfen und uns zu benachrichtigen. Kinder mit Befall dürfen nur nach ärztlicher Überprüfung wieder kommen.
Um den Kindern eine ruhige Hausaufgabenatmosphäre zu gewährleisten, wird die Gruppe geteilt. eine Hälfte arbeitet im Hausaufgabenzimmer, die andere im Klassenzimmer der Schule. In der stillen Stunde von 13.30 – 14.30 Uhr müssen Kinder ohne Hausaufgabe sich ruhig beschäftigen. Eine Kuschelecke gibt den Kindern die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und zu entspannen. Unser sexualpädagogisches Konzept vermittelt dem Kind: „du bis o.k. so wie du bist“, als Mädchen oder als Junge. Sie dürfen sich ihrem Alter und Geschlecht entsprechend separieren oder auch zusammen sein. Die persönliche Grenze jedes einzelnen muss gewahrt bleiben. Darauf achten wir. Die Kinder haben ein Recht geschlechtspezifische Fragen zu stellen, die wir ihnen ihrem Entwicklungsstand entsprechend beantworten. Diese Informationen werden auch mit den Eltern abgesprochen. Der Elternwille ist besonders hier für uns bindend.
Um unsere Kinder vor Gefahren zu schützen, werden sie in den Kinderkonferenzen immer wieder darauf hingewiesen, z.B. „Geh mit keinem Fremden mit“ und die Kinder können ihre eigenen Erfahrungen einbringen.
Auf Ausflügen laufen wir in der Gruppe. Eine Erzieherin läuft immer am Schluss. Wir benützen stets die Fuß- u. Radwege und wiederholen die Verkehrsregeln. Das schwächste Kind gibt immer das Tempo vor, an dem wir uns orientieren. Wir besuchen auch externe Fachleute z.B. Feuerwehr, Hundeverein, Rotes Kreuz usw. um die Kinder aufzuklären.
Schwerpunkte
- Sprachförderung - Tor zum Anderen:
- Buchangebot
- Theater spielen
- vorlesen und vorlesen lassen
- Ziele zur Sprachförderung
- Hortzeitung
- Lieder und Gedichte - Gewaltprävention - damit es uns gut geht
- Konfliktgespräche mit und ohne Erwachsene
- Problembriefkasten
- Friedensstifter
- Gefühlsbarometer
- Klare Grenzen (Schutz für Alle)
- Bewegung an frischer Luft
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